Webbasiertes Projektmanagement für Zuliefererkooperationen
Die Kooperation zwischen Herstellern von Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen etc. und ihren Zulieferern gewinnt an Bedeutung, je mehr die Fertigungstiefe bei den Herstellern solcher komplexer Sachgüter zurückgefahren wird. Bei einer geringen Fertigungstiefe wird der Umfang der Fremdleistungen zu einem kritischen Faktor.
Das Produktionswissen und die Kenntnisse zu hochwertigen Bauteilen und Baugruppen der Zulieferer müssen bereits in den Frühphasen der Entwicklung der Endprodukte genutzt werden. Denn in der Frühphase der Produktentwicklung ist die Beeinflussung von Qualität, Kosten und Zeit am höchsten.
Es ist offensichtlich, dass hier von den Zulieferern nicht nur eine hohe Sachgutqualität erwartet wird, sondern auch produktbegleitende Dienstleistungen wie Engineering und Projektmanagement.
Einzelteil- und Kleinserienfertigung
Auch in der Einzelteil- und Kleinserienfertigung wird dieser für Serienprodukte seit längerem beobachtbare Trend der Ausweitung von produktbegleitenden Dienstleistungen bei Zulieferunternehmen zunehmend wirksam. Selbst kleinste Fachbetriebe, die sich als Fertigungsspezialisten oder Fertigungsdienstleister begreifen, werden mit Forderungen ihrer Kunden nach zusätzlichen Leistungen konfrontiert. Hierbei entstehen höhere Anforderungen an die Kommunikation und Kooperation zwischen dem Zulieferer und dem Kunden. Die Möglichkeiten des Internets können helfen, diese neuen Kommunikationswege gewinnbringend zu nutzen.
Unterstützung durch webbasiertes Projektmanagement
Ein weiterer lohnenswerter Einsatzpunkt für diese mediale Unterstützung im Fertigungsprozess ergibt sich auch an folgender Stelle: Viele kleine Unternehmen können die vom Kunden gewünschten zusätzlichen Leistungen oft nicht alleine erbringen und müssen mit Zulieferpartnern kooperieren. Die Aufgaben greifen stärker ineinander als bisher. Es ergeben sich damit neue Auftragskonstellationen.
Anforderungen an die gegenseitige Abstimmung
- Während bisher die Einkäufer des Herstellers in zweiseitigen Aushandlungsprozessen mit ihren Zulieferern einzelne Aufträge erstellten, erfolgt dies mit zunehmender Verlagerung von Aufgaben an die Zulieferer in einem kooperativen Prozess zwischen dem Hersteller und mehreren Zulieferern.
- Selbst wenn der Hersteller weiterhin noch mit jedem Zulieferer einen separaten Auftrag vertraglich fixiert, müssen die Partner das gemeinsam geplante Auftragsprojekt auch in einer kooperativen Form abwickeln.
- Jedem Partner muss klar sein, wie sein Beitrag zum Endprodukt mit den Beiträgen der anderen Partner zusammenhängt.
- Jeder Partner sollte schnell informiert werden, wenn sich die im Bezug zu seiner Tätigkeit stehenden Aufgabenplanung der anderen verändert.
- Umgekehrt muss jeder Partner wissen, welchen Stellenwert sein Beitrag für die Aufgaben der anderen Partner hat.
- Er muss bei Störungen die Konsequenzen für die anderen Partner vorausdenken, diese rechtzeitig informieren und in das Störungsmanagement einschalten.
Im Projekt Servicepartner Industrie entwickelt die Firma NetAgent eine Internetplattform , die sich auch für kleine Zulieferer eignet.
Sie wurde auf den Karlsruher Arbeitsgesprächen 2002 des Projektträgers Produktionstechnik und Fertigungstechnologien präsentiert. Sie unterstützt die kooperative Abwicklung einzelner Aufträge und schafft zusätzlich einen Rahmen für die Organisation der Kooperation insgesamt. Die Plattform basiert auf einer Content-Management-Technologie. Die begleitenden und strukturierenden Rahmenbedingungen können so inhaltlich von allen Partnern nach entsprechender Rechtevergabe gepflegt werden.
Besonderer Vorteil der Internetplattform ist die Möglichkeit der Integration verschiedener Systeme zum webbasierten Projektmanagement. Die Plattform ist auf kein festes Ergänzungsprodukt festgelegt und vermeidet so bereits im Vorwege evtl. Schnittstellenproblematiken in der späteren Einsatzumgebung im Unternehmen. Beispielhaft wurden im SPIN-Projekt zwei Varianten umgesetzt:
- MS-Project-Central-Server: diese Microsoft-Lösung bietet sich vor allem für größere Projektverbünde an.
- Lybid: hierbei handelt es sich um eine spezielle Internet-Projektplanungssoftware, die neben grundlegenden Features der Netzplanung beispielsweise auch Mitteilungsfunktionen an Handy-Telefonnummern bietet und so dem Bedarf von Personen entgegenkommt, die nicht täglich im Internet surfen.
Beide Versionen bieten komfortable und umfangreiche Funktionalitäten zur webgestützten Projektabwicklung. Hierzu zählen z.B. übersichtliche Balkenpläne mit entsprechender Benachrichtigungsfunktionalitäten, Chats u.ä. So können auch über größere räumliche Distanzen hinweg Arbeitsschritte gemeinsam verfolgt und aufeinander abgestimmt werden. Ausfallzeiten durch aufwändige Koordinierungsaufgaben entfallen.
Die Internetplattform entstand im SPIN - Projekt und wird für die hier spezifischen Anforderungen derzeit erprobt. In dieser Phase sollen auch die Regelungen zum Umgang mit der Plattform, zur Vertraulichkeit der von den Partnern eingestellten Inhalte etc. entstehen.
Einen ersten Eindruck von der Plattform bietet der Foliensatz zu ihrer Präsentation auf der Tagung „Karlsruher Arbeitsgespräche 2002“.
» Webbasiertes Projektmanagement 1
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» Webbasiertes Projektmanagement 2
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» Webbasiertes Projektmanagement 3
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» Webbasiertes Projektmanagement 4
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» Webbasiertes Projektmanagement 5
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Ergebnis aus dem Projekt SPIN


